Gastbeitrag von Patrick Zasada, der den Aerotest zur CYCLITE FORK BAG / 01 durchgeführt hat.
Gabeltaschen haben im Performance-Bereich einen schlechten Ruf. Und das völlig zurecht! Wer ein Gravelbike für längere Touren vorbereitet, kennt das Problem. Irgendwann reicht der Platz in Satteltasche, Rahmentasche und Lenkertasche nicht mehr aus. Also wandert zusätzliches Gepäck an die Gabel. Praktisch ist das oft, aerodynamisch aber selten eine gute Idee.
An der Gabel sitzen Taschen sehr weit vorne im Luftstrom. Sie werden direkt angeströmt, vergrößern die Stirnfläche des Bikes und hängen in einem Bereich, in dem die Luft ohnehin schon stark von Vorderrad und Gabel beeinflusst wird. Klassische runde Gabeltaschen funktionieren als Stauraum gut, wirken aerodynamisch aber oft wie Bremse im Wind. Sie stehen seitlich im Fahrtwind, haben eine ungünstige Form und liegen selten wirklich sauber im System aus Rad und Fahrer.
Genau deshalb war die Ausgangsfrage für diesen Test so spannend. Was passiert, wenn eine Gabeltasche nicht wie ein runder Drybag gedacht ist, sondern als keilförmige schmale und eng am Rad sitzende Tasche? Kann eine solche Form den üblichen aerodynamischen Nachteil reduzieren? Oder ist eine aerodynamische Gabeltasche am Ende ein Ding der Unmöglichkeit?
Die überraschende Antwort lautet: Im getesteten Setup war die CYCLITE FORK BAG / 01 nicht nur schneller als eine klassische Gabeltasche. Das Gesamtsystem aus Fahrer, Gravelbike und CYCLITE FORK BAG / 01 war sogar messbar schneller als das Referenz-Setup ohne Gabeltaschen.

Warum Aerodynamik auch bei geringem Tempo wichtig ist
Bikepacking ist immer ein Kompromiss. Man braucht Stauraum, möchte aber möglichst wenig Gewicht, möglichst gute Zugänglichkeit und möglichst wenig aerodynamischen Nachteil. Gerade bei langen Strecken wird Luftwiderstand schnell zum entscheidenden Faktor. Nicht, weil jeder Bikepacker ein Rennen fährt, sondern weil Luftwiderstand über Stunden und Tage permanent Energie kostet.
Je nach Systemgewicht, Reifenwahl und Sitzposition wird der Luftwiderstand schon ab etwa 20 km/h zum größten Widerstand am Bike. Bei einem normalen Gravelbike liegen dafür bei 20 km/h bereits rund 45 bis 50 Watt an. Mit steigender Geschwindigkeit wächst dieser Leistungsbedarf extrem schnell. Bei 30 km/h sind für die Überwindung des Luftwiderstands bereits 145 Watt nötig.
Vereinfacht gesagt wächst der aerodynamische Leistungsbedarf ungefähr mit der dritten Potenz der Geschwindigkeit. Das bedeutet, dass ein kleines aerodynamisches Problem bei niedriger Geschwindigkeit noch überschaubar wirken kann, bei höherer Geschwindigkeit aber sehr schnell viel Leistung kostet.
Gleichzeitig sollte man Aerodynamik bei niedrigerem Tempo nicht unterschätzen. Zwar ist der prozentuale Anteil des Luftwiderstands am Gesamtwiderstand dann geringer, aber man verbringt auch deutlich mehr Zeit auf der Strecke. Dadurch kann die absolute Zeitersparnis trotzdem sehr groß sein. Auf einem 100-km-Kurs kann ein um 3 dm² besserer CdA bei 250 W Durchschnittsleistung rund 4 Minuten Zeitersparnis bringen. Bei 100 W Durchschnittsleistung kann die Ersparnis auf derselben Strecke sogar eher Richtung 5:30 Minuten gehen. Man ist insgesamt langsamer unterwegs, aber der aerodynamische Vorteil wirkt über eine längere Fahrzeit. Genau deshalb ist Aero nicht nur ein Thema für schnelle Rennradfahrer, sondern auch für Bikepacking und lange Strecken.
Warum normale Gabeltaschen aerodynamisch schwierig sind
Klassische runde Gabeltaschen haben dabei mehrere Nachteile. Sie sitzen an einer exponierten Position, sie sind meist relativ breit, sie haben einen runden Querschnitt und sie erzeugen Turbulenzen. Das sind verwirbelte Luftbereiche, in denen der Luftstrom nicht mehr sauber am Rad entlangläuft. Für ein Fahrrad bedeutet das meistens zusätzlichen Widerstand.
Natürlich erzeugt auch jede Tasche zunächst einmal zusätzliche Stirnfläche. Eine Gabeltasche verschwindet nicht einfach aus dem Wind. Die entscheidende Frage ist deshalb, wie sie das gesamte Strömungsbild am Rad verändert. Am Ende beeinflusst sich alles gegenseitig. Gabel, Vorderrad, Reifen, Beine und Gepäck liegen in einem gemeinsamen Luftstrom. Eine Tasche kann deshalb an einer Stelle Widerstand hinzufügen und an anderer Stelle Widerstand reduzieren. Entscheidend ist am Ende die Bilanz des Gesamtsystems.
Was im Test wirklich gemessen wurde
Im Test ging es deshalb ausdrücklich nicht darum, eine einzelne Tasche im luftleeren Raum zu bewerten. Gemessen wurde das vollständige System aus Fahrer, Rad und Taschenkonfiguration unter realen Bedingungen. Das ist wichtig, weil der sogenannte CdA immer ein Systemwert ist.
CdA beschreibt vereinfacht die aerodynamische Gesamtfläche. Darin steckt einerseits die Stirnfläche, also wie groß das System von vorne wirkt. Andererseits steckt darin die Formqualität, also wie gut oder schlecht die Luft um dieses System herum strömt. Ein kleinerer CdA bedeutet, dass bei gleicher Geschwindigkeit weniger Leistung benötigt wird. Oder andersherum, dass man bei gleicher Leistung schneller fährt.
Getestet wurden drei Setups. Zuerst ein Referenz-Setup ohne Gabeltaschen, aber mit Ausgleichsgewicht um das Systemgewicht konstant zu halten. Danach ein Setup mit klassischen runden Gabeltaschen mit vergleichbarem Packvolumen von 3 Litern pro Tasche. Anschließend das Setup mit der CYCLITE FORK BAG / 01. Das Systemgewicht wurde kontrolliert und möglichst konstant gehalten, damit der Unterschied nicht durch mehr oder weniger Gewicht entsteht, sondern durch die aerodynamische Wirkung der jeweiligen Konfiguration. Daher waren beide Taschen Setups so gepackt, dass sie gleich viel wogen.
Wenn ein Setup schwerer ist als ein anderes, verändert sich auch der Rollwiderstand. Dann wäre unklar, ob Unterschiede aus der Aerodynamik, dem Gewicht oder der Auswertung kommen. Deshalb wurde das Referenz-Setup ohne Fork Bags mit Ausgleichsgewicht gefahren. So bleibt die Fragestellung sauberer.
Die Methode hinter dem Outdoor-Aerotest
Der Test wurde als standardisierter Outdoor-Aerotest nach dem Aerotune Protokoll durchgeführt. Dafür wurde eine flache, verkehrsarme Teststrecke genutzt, auf der jedes Setup mehrfach in beide Richtungen gefahren wurde. Dieses Hin-und-Zurück-Prinzip ist ein zentraler Teil der Methode. Wind ist draußen nie vollständig weg. Er kann aber rechnerisch deutlich besser kontrolliert werden, wenn dieselbe Strecke in entgegengesetzter Richtung gefahren wird. Was auf dem Hinweg als Gegenwind wirkt, wirkt auf dem Rückweg teilweise als Rückenwind. Bei mehreren Durchgängen lassen sich Windeinflüsse wesentlich besser einordnen. Über eine saubere Parameterkombination lässt sich dies mathematisch nochmal deutlich sauberer rausrechnen. Dies hier im Detail zu erklären würde allerdings den Rahmen des Artikels sprengen. Wer sich tiefer damit auseinandersetzen möchte, findet das Prüfprotokoll unten verlinkt, worin die exakte Methode und die mathematisch-physikalischen Grundlagen genauer erörtert werden.
Gemessen wurden unter anderem Leistung, Geschwindigkeit, Systemgewicht, Reifendruck, Luftdruck, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und die Umgebungsbedingungen. Die Geschwindigkeit wurde mit einem Speed-Sensor erfasst, weil GPS für solche Auswertungen zu ungenau sein kann. Schon kleine zeitliche Verzögerungen oder Positionsfehler können die Berechnung verfälschen. Außerdem wurde die Fahrerposition über Aerobars stabilisiert, damit Kopf, Schultern, Arme und Oberkörper möglichst gleich bleiben.
Bereits kleine Änderungen der Kopfhaltung oder Ellenbogenposition können mehr ausmachen als manche Materialänderung. Deshalb zählt bei einem Outdoor-Test nicht nur die Software, sondern auch die Disziplin während der Durchführung.
Die Methode ist kein Windkanaltest und soll auch keiner sein. Draußen gibt es immer mehr Einflüsse als in einem Labor. Gleichzeitig hat ein Outdoor-Test einen großen Vorteil. Er misst das Rad unter echten Fahrbedingungen, mit realer Pedalbewegung, rotierenden Laufrädern, echter Körperhaltung mit Ausgleichsbewegungen und natürlicher Anströmung. Für Bikepacking-Setups ist genau das relevant, weil Taschen, Fahrer und Rad in der Realität ebenfalls zusammen wirken.
Das Ergebnis war deutlich überraschender als erwartet
Die Erwartung vor dem Test war relativ klar. Klassische runde Gabeltaschen würden vermutlich deutlich bremsen. Die CYCLITE FORK BAG / 01 sollte durch ihre schmale und keilförmige Form wahrscheinlich besser abschneiden. Realistisch wäre gewesen, dass sie weniger stark bremst als eine runde Tasche. Im besten Fall hätte man ein weitgehend neutrales Ergebnis erwartet. Genau das ist aber nicht passiert…
Das Referenz-Setup ohne Gabeltaschen erreichte im Test einen gemessenen System-CdA von 32 dm². Das Setup mit klassischen runden Gabeltaschen lag bei 37 dm². Das ist ein deutlicher Anstieg und bestätigt die grundsätzliche Skepsis gegenüber runden Taschen an der Gabel. Die CYCLITE FORK BAG / 01 lag dagegen bei 29 dm² und damit unter dem Referenzwert ohne Gabeltaschen.
Dieser Unterschied lässt sich in Leistung und Fahrzeit übersetzen. Bei 33 km/h benötigte das Setup mit der CYCLITE FORK BAG / 01 im Modell 190 W. Die runde Standard-Gabeltasche benötigte bei derselben Geschwindigkeit 229 W. Das ergibt im getesteten Setup einen Unterschied von 39 W zugunsten der CYCLITE FORK BAG / 01. Gegenüber dem Referenz-Setup ohne Gabeltaschen entsprach der Vorteil der CYCLITE-Konfiguration etwa 15 W bei 33 km/h.
Für einen 100-km-Rundkurs mit 780 Höhenmetern und 200 W Durchschnittsleistung ergab das Modell mit der CYCLITE FORK BAG / 01 einen rechnerischen Vorteil von 4:23 min pro 100 km und war somit ca. 0,7 km/h schneller. Die runden Gabeltaschen kosteten auf 100 km gerechnet fast 7 Minuten Zeit.

Warum diese Zahlen nicht pauschal auf jedes Rad übertragbar sind
So stark die Messwerte sind, sollten sie sauber eingeordnet werden. Der Test zeigt, was im getesteten Setup passiert ist. Es war ein Gravelbike mit Fahrerposition in den Aerobars, zusätzlicher Full Frame Bag für das Ausgleichsgewicht und exakt diesen Taschenpositionen. Bei einem anderen Fahrer, einer anderen Gabel, einer anderen Reifenbreite, einer anderen Körperhaltung oder einer anderen Kombination aus Rahmentasche und Frontgepäck kann das Ergebnis anders ausfallen.
Aerodynamik ist immer Systemverhalten. Eine Tasche ist nicht nur ein einzelnes Objekt im Wind. Sie steht in Wechselwirkung mit allem, was dahinter, daneben und darüber passiert. Genau deshalb ist es auch so spannend, dass die CYCLITE FORK BAG / 01 im getesteten Aufbau nicht nur weniger gebremst hat, sondern das Gesamtsystem messbar verbessert hat.
Die mögliche Erklärung liegt nicht in der Tasche allein
Auf den ersten Blick wirkt das Ergebnis kontraintuitiv. Wie kann eine zusätzliche Tasche schneller sein als keine Tasche? Schließlich fügt sie Fläche hinzu. Genau hier muss man zwischen Einzelteil und Gesamtsystem unterscheiden.
Eine einzelne Tasche kann keine „negative Fläche“ haben. Sie nimmt Raum ein und wird angeströmt. Im Gesamtsystem kann sie aber den Luftstrom so verändern, dass an anderer Stelle weniger Widerstand entsteht. Bei der CYCLITE FORK BAG / 01 ist eine plausible Erklärung die veränderte Anströmung im Bereich von Gabel, Vorderrad und Beinen.
Die Tasche sitzt vergleichsweise schmal am Rad. Sie hat keine klassische runde Zylinderform, sondern eine flachere, keilartige Form. Dadurch könnte der Luftstrom günstiger umgelenkt werden als bei einer runden Tasche. Hinter der Tasche könnte ein ruhigerer Strömungsbereich entstehen. Die Beine befinden sich beim Treten teilweise genau in diesem Bereich. Wenn dort weniger unruhige Luft auf die Beine trifft, kann der Widerstand des Gesamtsystems sinken.
Das ist keine direkt nachgewiesene Strömungsvisualisierung. Im Test wurde der resultierende Gesamtwiderstand gemessen, nicht der genaue Luftstrom sichtbar gemacht. Die Erklärung ist deshalb eine plausible Interpretation der Messwerte. Sicher ist der gemessene Systemeffekt. Der genaue Grund dafür bleibt eine strömungsmechanische Hypothese.

Warum runde Gabeltaschen im Vergleich deutlich schlechter abschneiden
Der Vergleich mit der klassischen runden Gabeltasche ist besonders interessant, weil das Packvolumen vergleichbar war. Es ging also nicht um eine große Tasche gegen eine kleine Tasche, sondern um zwei unterschiedliche Konzepte für ähnlichen Stauraum.
Runde Taschen sind aus Packperspektive naheliegend. Ein Drybag ist einfach, robust und flexibel. Aerodynamisch ist die runde Form an der Gabel aber schwierig. Ein runder Querschnitt begünstigt Strömungsablösung. Das bedeutet, dass die Luft nicht sauber an der Oberfläche entlanggeführt wird, sondern sich früher löst und hinter der Tasche ein unruhiger Wirbelbereich entsteht. Zusätzlich ist die wirksame Stirnfläche oft größer, weil die Tasche seitlich stärker aufträgt.
Die Messwerte passen zu dieser Einordnung. Das Setup mit runden Gabeltaschen lag bei 37,10 dm² und damit deutlich über dem Referenz-Setup ohne Gabeltaschen. Bei 33 km/h bedeutete das im Modell 229 W statt 205 W ohne Gabeltaschen. Gegenüber der CYCLITE FORK BAG / 01 lag der Unterschied sogar bei 39 W.
Form, Position, Befestigung, Beladung und Radgeometrie spielen jedoch mit hinein. Der Test zeigt aber sehr klar, dass eine klassische runde Gabeltasche einen deutlich höheren Luftwiderstand erzeugt, während die CYCLITE FORK BAG / 01 das Gesamtsystem aerodynamisch günstiger machen kann.
Warum Watt Angaben nicht aussagekräftig sind
Wattzahlen sind greifbar, aber sie hängen immer von der gewählten Geschwindigkeit ab. Ein Vorteil von 5 W bei 40 km/h kann größer sein, als ein Vorteil von 7 W bei 45 km/h. Deshalb ist der CdA-Wert für die technische Einordnung relevanter.
Der CdA ist der aerodynamische Fingerabdruck des gesamten Systems. Je kleiner dieser Wert, desto weniger Leistung braucht man bei gleicher Geschwindigkeit für den Luftwiderstand. Im Test lag die CYCLITE-Konfiguration bei 29,00 dm², die Referenz ohne Gabeltaschen bei 32,05 dm² und die runde Gabeltasche bei 37,10 dm². Die Differenz zwischen CYCLITE und Referenz betrug damit rund 3 dm². Zwischen CYCLITE und Standard Gabeltasche lag die Differenz sogar bei 8 dm².
Für lange Strecken ist das relevant. Auf dem Rad bedeutet es, dass man bei gleicher Geschwindigkeit weniger Leistung treten muss oder bei gleicher Leistung schneller unterwegs ist. Über eine längere Bikepacking-Tour summiert sich dieser Unterschied schnell zu mehreren Stunden. Gerade wer lange Tage fährt, profitiert nicht nur von mehr Geschwindigkeit, sondern auch von weniger energetischem Verlust.
Wie belastbar ist ein Outdoor-Aerotest?
Outdoor-Aerotests müssen sorgfältig durchgeführt und vorsichtig interpretiert werden. Kleine Unterschiede können durch Wind, Fahrerhaltung, Rollwiderstand, Temperatur, Messstreuung oder Verkehr beeinflusst werden. Deshalb wurde in diesem Test nicht nur ein einzelner Lauf gefahren, sondern pro Setup sechs gültige Messläufe ausgewertet.
Die Streuung war dabei vergleichsweise gering. Beim Referenz-Setup ohne Gabeltaschen lag der kombinierte Gesamtfehler bei ±0,38 dm². Bei den runden Gabeltaschen lag er bei ±0,43 dm². Bei der CYCLITE FORK BAG / 01 lag er bei ±0,32 dm². Die gemessenen Unterschiede zwischen den Setups waren deutlich größer als diese Streuung. Genau deshalb ist das Ergebnis nicht nur eine kleine numerische Abweichung, sondern ein klar erkennbarer Setup-Unterschied.
Trotzdem bleibt die Einordnung wichtig. Der Test ersetzt keinen Windkanal und zeigt keine hochauflösende Strömungsvisualisierung. Er zeigt aber sehr gut, wie sich vollständige Setups unter realen Fahrbedingungen verhalten.
Warum das Ergebnis so relevant ist
Viele Produkte werden über Gewicht, Volumen und Material beschrieben. Wer lange Strecken fährt, spürt nicht nur jedes Gramm, sondern auch jeden unnötigen Wattverlust. Eine Tasche kann leicht sein und trotzdem langsam. Sie kann viel Volumen bieten und gleichzeitig permanent Energie kosten. Genau deshalb ist der Zusammenhang aus Packvolumen, Gewicht und Aerodynamik so wichtig.
Die CYCLITE FORK BAG / 01 wiegt 224 g und bietet 3,1 l Volumen. Diese Zahlen allein beschreiben aber noch nicht den entscheidenden Punkt. Interessant wird die Tasche, weil sie Packraum an einer aerodynamisch kritischen Position schafft, ohne sich im getesteten Setup wie eine klassische Bremse zu verhalten. Im Gegenteil. Die Messung zeigt, dass die Form und Positionierung eine positive Gesamtwirkung erzeugen können.
Das verändert die Perspektive auf Gabeltaschen. Normalerweise lautet die Abwägung: Mehr Stauraum an der Gabel kostet Aerodynamik. Mit der CYCLITE FORK BAG / 01 sieht die Abwägung anders aus.
Fazit
Bieten Gabeltaschen also generell keinen großen aerodynamischen Nachteil? Genau das zeigen die Daten gerade nicht. Die klassische runde Gabeltasche war im Test deutlich langsamer. Die wichtigere Erkenntnis lautet, dass die Form und Systemintegration einer Gabeltasche enorm entscheidend sind.
Bei der CYCLITE FORK BAG / 01 scheint genau diese Kombination zu funktionieren. Die Tasche sitzt schmal und eng am Rad, fügt sich besser in den Bereich um Gabel und Vorderrad ein und verändert den Luftstrom offenbar so, dass der Zusatzwiderstand nicht nur reduziert, sondern im getesteten Setup überkompensiert wurde. Das Ergebnis ist ein niedrigerer gemessener Gesamt-CdA als beim Referenz-Setup ohne Fork Bags.
Das ist aerodynamisch bemerkenswert, weil es dem üblichen Bauchgefühl widerspricht. Mehr Gepäck bedeutet normalerweise mehr Widerstand. Hier zeigt der Test, dass ein gut integriertes Bauteil das Gesamtsystem verbessern kann.
Gabeltaschen gelten aus gutem Grund als aerodynamisch kritisch. Klassische runde Taschen hängen an einer exponierten Position im Wind, vergrößern die Stirnfläche und erzeugen häufig zusätzliche Turbulenzen. Der Test bestätigt diese Skepsis grundsätzlich. Die runde Standard-Gabeltasche war im getesteten Setup deutlich langsamer als die Referenz ohne Gabeltaschen.
Jedoch hat sich die CYCLITE FORK BAG / 01 in diesem Test anders verhalten. Im getesteten Setup war sie nicht nur deutlich schneller als eine klassische runde Gabeltasche mit vergleichbarem Packvolumen, sondern auch schneller als das Setup ohne Gabeltaschen. In der 100-km-Prognose bei 200 W ergab sich daraus ein rechnerischer Vorteil von 11 Minuten pro 100 km im Vergleich zu den klassischen 3 L Gabeltaschen, bzw. ein Vorteil von etwas über 4 Minuten im Vergleich zum Setup ohne Gabeltasche.
Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass ihre schmale, keilförmige und eng am Rad sitzende Form den Luftstrom im Bereich von Gabel, Vorderrad und Beinen günstiger beeinflusst.
Für performance-orientiertes Bikepacking ist das eine spannende Erkenntnis. Die CYCLITE FORK BAG / 01 schafft zusätzlichen Stauraum an der Gabel und kann dabei im passenden Setup aerodynamisch günstiger sein. Der Test zeigt damit vor allem eines. Eine Gabeltasche muss kein notwendiges Übel sein. Wenn Form, Position und Systemwirkung stimmen, kann sie Teil eines schnelleren Ultracycling Setups werden.
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