RIDER INTERVIEW - FABIAN WURM

RIDER INTERVIEW - FABIAN WURM

Willkommen zur Athletenvorstellung von Fabian Wurm, einem leidenschaftlichen Radfahrer aus Siegen. Seit 2018 ist Fabian in der Bikepacking- und Ultraszene aktiv und hat sich einen Namen als erfahrener Offroad-Abenteurer gemacht. In diesem Gespräch teilt Fabian seine Erfahrungen, wie er zur Szene kam, was ihn an Offroad-Bikepacking fasziniert und welche Sicherheitsstrategien er verfolgt, um seine Grenzen auszuloten, ohne dabei unnötige Risiken einzugehen. Lass dich von Fabians Reise inspirieren.

Wenn ich dich jetzt frage, wer du bist und wir kennen uns nicht, was würdest du antworten?

Ich bin Fabian, Fabian Wurm aus Siegen, bin 34 Jahre alt und fahre gern Rad.

Wie bist du in die Bikepacking-/Ultrarennszene hineingekommen?

Oh, das ist noch gar nicht so lange her. Ich habe 2018 mein erstes Rennrad gekauft und 2018 bin ich nur so sporadisch gefahren, so ein bisschen neben dem Mountainbiken. Und 2019 kam dann ein Freund zu mir an und sagte, ich fahre morgen 300 Kilometer. Und ich so, ja cool, ich komme mit. Ich bin bis dahin noch nie mehr als 200 Kilometer gefahren, oder 220. Und bin dann eigentlich den ganzen Tag von vorne gefahren und hatte am Ende eigentlich immer noch echt Bock und immer noch gute Beine und er meinte dann, das ist irgendwie nicht so normal und habe mich dann im folgenden Jahr für das Norscape 4000 angemeldet und das war dann pandemiebedingt natürlich abgesagt worden und bin dann des Three Peaks Bike Race gefahren und seitdem halt jedes Jahr ein bisschen mehr, ein bisschen was anderes und bin dann eigentlich seit letztem Jahr fast nur noch Offroad unterwegs. Weil Straße ist mir, mittlerweile taugt es mir halt nicht mehr so, auch wenn ich gerne, also ich trainiere viel auf der Straße, aber einfach übermüdet oder so auf der Straße zu fahren, dann auch in so einem langen Event, das ist mir ein bisschen zu gefährlich. Also deswegen fahre ich seitdem eigentlich seit letztem Jahr fast nur noch Offroad.

Was fasziniert dich an diesen Offroad-Bikepacking-Rennen?

Vor allem, dass man an Orte kommt, wo man sich wirklich abmühen muss. Beispielsweise Atlasgebirge, das ist so abgelegen und du kommst halt wirklich an so Orte, wo halt keine Menschen sind, du bist für dich alleine, du bist irgendwie so auf dich allein gestellt und ja, also ich sag mal, ein kleines Problem kann da halt einfach ein kleines Problem bleiben und es wird halt einfach da gelassen und dann muss man halt gucken, dass man halt das Problem ein bisschen gelöst kriegt. Also man ist halt komplett auf sich allein gestellt. Und auf der Straße hast du halt schnell mal, dass da mal ein Auto vorbeifährt oder dass halt irgendwie Zivilisation ist. Ja, Offroad ist halt einfach ein bisschen abgelegener, ein bisschen schöner, ein bisschen wilder. Und auch mehr Abenteuer.

So ganz grundsätzlich an den Rennen fasziniert dich da eher das, was du jetzt gerade gesagt hast, also so dieses Alleinsein, an Orte kommen, an die man wahrscheinlich sonst nicht käme, oder schon auch der Gedanke, an seine persönlichen Grenzen zu gehen, Limits zu überschreiten?

Sowohl als auch persönliche Grenzen ist halt immer so ein bisschen, ja, Das war so ein bisschen schwierig. Ich versuche halt immer kein wirkliches Risiko einzugehen, weil ich setze mir meine Ziele relativ easy, sodass ich halt quasi Ziele von oben nach unten abarbeiten kann. Einfach damit ich halt nicht irgendwie wirklich halt in Risiko reinfahre, mich zu gefährden oder halt dumme Sachen zu tun. Einfach damit ich safe auch wieder nach Hause komme. Ich glaube, wir sind alle echt happy, wenn jeder von uns bei einem Rennen wieder nach Hause kommt oder generell bei einer Trainingsausfahrt. Ich würde sagen beides. Weil du es jetzt schon so rein gebracht hast, ist natürlich ein gewisses Risiko da, gerade wenn man an die Grenzen kommt.

Hast du da irgendeinen Trick, da nicht zu weit an die Grenze zu gehen oder immer in diesem Safety-Bereich zu bleiben?

Ja, schon. Ich sage halt immer selber, don't do stupid things. Also egal was du machst, mach halt einfach nichts Blödes. Also halt probiere kein anderes Essen auf einmal während Natur oder denk nicht, du hast auf einmal die krassen Abfahrtskills nach drei Tagen. Spring nicht irgendwo drüber, was du halt sonst zu Hause auch mal machst, sondern bleib halt einfach so ein bisschen auf deiner sicheren Seite und genieß es halt einfach. Aber halt einfach don't do stupid things.

Thema Schlafentzug ist ja ein großes im Ultrasport und passt halt auch gut zu diesem Risikothema. Wie gehst du damit um?

Also ich schlafe lieber eine Stunde oder zwei und fahre dafür dann einfach am Rest des Tages schneller. Also da auch eher Safety, aber... Ja, definitiv. Also, better safe than sorry. Wie gesagt, wenn ich nicht nach Hause komme, weil ich halt blöd gestürzt bin, weil ich halt eingeschlafen bin oder so, Ich glaube, dann kriege ich mit dem Zuhause so viel Ärger, dass ich dann das nächste Rennen vielleicht nicht fahren darf. Nicht unbedingt zu Hause, aber generell von meinem Umfeld.

Hast du eine spezielle Vorbereitung für Events? Du hast es schon kurz erwähnt, jetzt bist du gerade viel im Mountainbike unterwegs für Skis, aber einen strukturierten Plan, den du einhältst vor Wettkämpfen?

Nein, gar nicht. Ich fahre einfach so, wie ich Zeit habe. Es gibt natürlich auch mal Tage, wo ich halt keine Zeit habe oder das Wetter halt mal wieder nicht unbedingt so ist, dass man jetzt unbedingt gerne aufs Rad geht. Da habe ich einfach gar keinen Plan und ich fahre dann, wenn ich halt Bock habe. Also hört sich komisch an, aber es ist halt einfach so.

Irgendwelche Special-Equipment-Tipps oder Dinge, die du immer dabei hast?

Boah, immer dabei? Immer dabei eigentlich halt nur so die Standardsachen, würde ich mal behaupten. Vielleicht eine Pinzette. Eine Pinzette ist echt viel wert.

Ernährung finde ich immer extrem spannend auch, weil man ja meistens nicht allzu viel planen kann. Und ich habe es aber erlebt, dass ich eigentlich immer so ein Go-To-Food hatte. Wie ist das bei dir?

Eigentlich ziemlich ähnlich. Also halt das, was man halt überall kriegt. Also halt der Klassiker Snickers oder sonst irgendwelche Riegel. Und halt Restaurants, da muss man halt mal aufpassen, je nachdem in welchem Land man halt ist, nicht, dass man sich da mal wieder ein bisschen den Magen verdirbt. Das ist ja schon des Öfteren vorgekommen.

Was stehen heuer an für Rennen? Hast du eine spezielle Vorbereitung für Events?

Das nächste ist das Hellenic Mountain Race. Danach kommt das Hope 1000. Dann im August Lakes & Knödel. Und dann noch Alptraum Bike Challenge. Das ist ein relativ kleines, das ist nur 350 Kilometer oder so.

Und was ist dein Fokus-Rennen? Hast du eins?

Ich würde sagen Hellenic, weil ich da jetzt halt am meisten Fitness mit reinbringe. Und Hope ist halt knapp zwei Wochen danach. Das ist dann halt so, ja, mit fast 60.000 Höhenmeter in einem Monat dann in zwei Rennen, also ja, wird schon hart. Also da ist dann mehr so der Fokus auf Ankommen und Überleben. 

Folge Fabian bei seinen nächsten Abenteuern: Fabian auf nstagram