CYCLITE NANO Tasche mit NANO UNIVERSAL MOUNT im Einsatz

Wie sich 2,4 Liter zusätzlicher Stauraum auf die Aerodynamik eines schnellen Setups auswirken

Es beginnt oft mit einer ganz normalen Idee für einen schnellen Tag auf dem Rad. Die Strecke ist ambitioniert, das Tempo soll hoch bleiben und das Bike fühlt sich genauso an, wie man es haben möchte: leicht, direkt und aufgeräumt. Vielleicht steht ein Gravel-Race an, vielleicht eine lange Runde auf dem Rennrad oder ein schneller Day-Ride. Genau auf solchen Fahrten zeigt sich allerdings schnell, dass ein reduziertes Setup nicht automatisch mit wenig Ausrüstung auskommt.

Ein zweiter Schlauch oder ein Tubeless-Reparaturset, einige Riegel mehr, eine CO₂-Kartusche und gegebenenfalls eine Powerbank. All das ist klein, in der Summe aber plötzlich zu viel für die Trikottaschen.

An diesem Punkt verändert sich das Setup häufig stärker, als einem lieb ist. Eine größere Satteltasche schafft Platz, eine Lenkertasche löst das Problem ebenfalls, doch das schnelle, klare Erscheinungsbild des Bikes beginnt sich zu verändern. Vor allem bei Rennrädern und schnellen Gravelbikes ist dieser Eindruck sofort spürbar. Das Rad bleibt zwar dasselbe, doch der Charakter des Setups verschiebt sich.

Genau aus dieser Situation heraus entstand die Idee hinter der NANO Serie. Sie richtet sich an Fahrerinnen und Fahrer, die auf schnellen Touren mehr dabeihaben möchten, ohne ihr Bike mit unnötigem Volumen zu belasten. Der Stauraum soll dort entstehen, wo er gebraucht wird, und so kompakt bleiben, dass das Rad weiterhin leicht, sportlich und aufgeräumt wirkt.

Die entscheidende Frage dahinter war von Anfang an klar. Kann zusätzlicher Stauraum so integriert werden, dass er die Aerodynamik des gesamten Systems kaum beeinflusst?

Patrick Zasada

Über den Autor

Dieser Artikel wurde von Patrick Zasada verfasst. Als Gravelbiker, Bikepacker und Langstreckenabenteurer verbindet er praktische Erfahrung mit verständlich aufbereiteten Erkenntnissen zu Ausrüstung, Planung und Aerodynamik. Seine Touren führten ihn unter anderem bis an die portugiesische Atlantikküste und zum Nordkap. Mehr über Patrick findest du auf seiner Website.

Wenn aus einer schnellen Runde ein langer Tag wird

Wer regelmäßig lange Tagestouren oder Events fährt, kennt den Moment, in dem die Planung plötzlich konkreter wird. Die Route ist vielleicht nur 150 Kilometer lang, doch sie führt über abgelegene Wege, durch wechselnde Wetterzonen oder in Regionen, in denen Verpflegungsstellen selten sind. Dann reicht es nicht, sich allein auf zwei Flaschen und drei Trikottaschen zu verlassen.

Je sportlicher das Vorhaben, desto genauer wird überlegt, was wirklich mit muss. Ersatzmaterial soll zuverlässig verstaut sein und Verpflegung muss während der Fahrt erreichbar bleiben. Gleichzeitig soll das Fahrrad schnell und dynamisch bleiben.

Diese Balance zwischen Funktion und Performance ist bei kurzen Rennen und langen Day-Rides besonders sensibel. Das Volumen bleibt überschaubar, doch jeder Stauraum muss sinnvoll genutzt werden. Große Taschen sind in diesem Kontext oft mehr, als tatsächlich benötigt wird. Die NANO Serie setzt deshalb auf mehrere kompakte Positionen am Rad, die sich in die bestehende Silhouette einfügen und die wichtigsten Dinge griffbereit halten.

So entsteht ein Setup, das sich an den tatsächlichen Anforderungen eines schnellen Tages orientiert. Werkzeug, Riegel, Kabel oder Powerbank finden ihren Platz, ohne dass das Rad optisch oder funktional in eine andere Kategorie rutscht.

Performance-Stauraum für schnelle Bikes

Die NANO Serie wurde für Rennräder und Gravelbikes entwickelt, bei denen Geschwindigkeit, geringes Gewicht und ein klares Setup eine zentrale Rolle spielen. Ihr Einsatzgebiet liegt bei Tagestouren, kurzen Rennen, schnellen Gravel-Races, Brevets und sportlichen Langstrecken, auf denen zusätzliche Ausrüstung gebraucht wird. Die NANO Serie schafft Stauraum für genau die Ausrüstung, die auf schnellen Fahrten häufig fehlt, wenn die Trikottaschen voll sind. Dadurch bleibt das Fahrrad in seiner ursprünglichen Rolle erhalten. Das Setup wirkt weiterhin schnell, reduziert und klar, bietet aber mehr Reserven für lange Tage.

Diese Ausrichtung war auch der Ausgangspunkt für den Aerotest. Uns interessierte weniger eine theoretische Betrachtung einzelner Taschenformen, sondern die Wirkung des vollständigen Systems aus Fahrer, Fahrrad und Taschen unter realen Bedingungen.

Die eigentliche Herausforderung liegt im Gesamtsystem

Aerodynamik lässt sich am Fahrrad nur schwer auf einzelne Bauteile reduzieren. Der Fahrer beeinflusst den Luftwiderstand stärker als fast jede Komponente, gleichzeitig wirken Rahmen, Laufräder, Flaschen, Kleidung und Taschen immer zusammen.

Eine Tasche kann auf dem Papier klein erscheinen und trotzdem ungünstig im Wind stehen. Ebenso kann sie an einer geschützten Position sitzen und die äußere Form des Systems kaum verändern. Entscheidend ist deshalb weniger die bloße Anzahl der Taschen als ihre Position, ihre Größe und ihre Nähe zum Bike.

Genau darin liegt die konstruktive Idee der NANO Serie. Die Taschen bleiben kompakt, liegen eng am Rad und verteilen das benötigte Volumen auf mehrere Stellen, an denen die vorhandene Silhouette möglichst wenig verändert wird. Das Ziel ist eine ruhige, integrierte Form, die sich optisch und funktional in ein schnelles Setup einfügt. Ob diese Idee auch messbar funktioniert, ließ sich nur durch einen direkten Vergleich herausfinden.

Rennrad mit den kompakten Taschen der CYCLITE NANO Serie

Ein Test unter realen Bedingungen

Für die Messung wurde ein schnelles Rennrad beziehungsweise Speed-Gravel-Setup verwendet. Verglichen wurden zwei Konfigurationen, die sich nur durch das zusätzlich montierte NANO-Set unterschieden.

Fahrer, Fahrrad, Kleidung, Laufräder, Reifen, Reifendruck, Flaschenposition und Sitzhaltung blieben während des Tests unverändert. Auch das Systemgewicht wurde kontrolliert und lag in beiden Versuchsreihen bei 84,9 Kilogramm. Eine kleine FRAME BAG SMALL / 02 war in beiden Setups montiert, weil darin das notwendige Ausgleichsgewicht untergebracht wurde. Sie gehörte daher nicht zur veränderten Testvariable. Untersucht wurde ausschließlich der Unterschied zwischen dem Referenzaufbau und der Konfiguration mit dem vollständigen NANO-Set.

Die Messungen fanden auf einer standardisierten Outdoor-Teststrecke statt. Der Fahrer absolvierte mehrere Fahrten in beide Richtungen, um Wind und Fahrtrichtung möglichst gut auszugleichen. AeroTune wertete Leistungs-, Geschwindigkeits-, GPS- und Umgebungsdaten mithilfe eines physikalischen Fahrwiderstandsmodells aus. Durch die modellbasierte Parameterschätzung lassen sich CdA und Rollwiderstand unter realen Outdoor-Bedingungen bestimmen und wechselnde Einflüsse rechnerisch berücksichtigen.

Dieser Ansatz bildet andere Aspekte realer Nutzung ab als eine isolierte Betrachtung einzelner Taschen im Windkanal. Das Fahrrad bewegt sich, der Fahrer tritt unter Last und der Luftstrom trifft auf das gesamte System in einer echten Fahrposition. Genau diese Kombination war für uns entscheidend.

Die Zahlen erzählen zunächst eine überraschende Geschichte

Im Referenzaufbau ohne NANO-Set wurde ein CdA-Wert von 25,95 dm² gemessen. Mit montiertem NANO-Set lag der Wert bei 25,65 dm². Ein niedrigerer CdA-Wert steht grundsätzlich für einen geringeren aerodynamischen Widerstand.

Rechnerisch entsprach die Differenz einer Verbesserung von rund 1,2 Prozent. Bei 40 km/h ergab sich daraus ein Unterschied von ungefähr drei Watt. In der Modellrechnung des Prüfberichts mit 100 Kilometern, 780 Höhenmetern und 200 Watt Durchschnittsleistung lag das NANO-Setup bei gleicher Leistung 16 Sekunden vor der Referenz.

Diese Zahlen wirken im ersten Moment eindeutig. Ein Rad mit zusätzlichen Taschen scheint im Test sogar etwas günstiger abgeschnitten zu haben. Doch genau hier beginnt der wichtigste Teil der Einordnung.

Outdoor-Messungen reagieren sensibel auf kleine Veränderungen. Schon eine leicht veränderte Kopfhaltung könnte das Ergebnis beeinflussen. Deshalb muss jeder gemessene Vorteil immer zusammen mit der Messunsicherheit betrachtet werden.

Im vorliegenden Test lag die Differenz zwischen beiden Setups bei 0,30 dm². Für die beiden Messreihen wurden Unsicherheiten von ±0,28 beziehungsweise ±0,29 dm² ausgewiesen. Damit lässt sich der kleine rechnerische Vorteil nicht belastbar von der Messunsicherheit trennen.

Die Zahlen zeigen deshalb vor allem eines sehr deutlich: Das NANO-Set erzeugte im getesteten Aufbau keinen messbaren aerodynamischen Nachteil.

Warum dieses Ergebnis für Race-Setups so relevant ist

Auf einem schnellen Bike wird jedes zusätzliche Teil bewusst gewählt. Besonders bei Gravel-Races, langen Rennradtouren oder sportlichen Tagesveranstaltungen soll das Setup funktional bleiben, ohne unnötige Masse und ohne störende Formen im Wind.

Genau deshalb ist ein aerodynamisch neutrales Ergebnis für ein Taschensystem so interessant. Der eigentliche Gewinn liegt im zusätzlichen Stauraum. Wenn dieser Stauraum geschaffen werden kann, ohne das Fahrrad messbar auszubremsen, erfüllt das System seine Aufgabe besonders effizient.

Für den Fahrer bedeutet das eine einfachere Organisation während der Fahrt. Verpflegung liegt dort, wo sie schnell erreichbar ist. Ersatzmaterial bleibt sauber verstaut und muss nicht in eine überfüllte Trikottasche gedrückt werden. Gerade auf schnellen Gravel-Events kann diese Ordnung entscheidend werden. Wer in einer hektischen Situation erst lange nach einem Tool oder einem Riegel suchen muss, verliert mehr Zeit und Konzentration als durch wenige theoretische Watt. Ein gut organisiertes Setup unterstützt den Rhythmus auf dem Rad und hilft dabei, über viele Stunden effizient zu fahren.

Clean bedeutet vor allem gut durchdacht

Ein cleanes Bike wirkt oft deshalb schnell, weil jedes Detail einen klaren Platz hat. Diese Ordnung entsteht nicht zwangsläufig durch ein vollständig leeres Fahrrad, sondern durch eine sinnvolle Integration der Dinge, die tatsächlich gebraucht werden.

Auf einer langen Tagestour verändert sich der Bedarf im Verlauf des Tages. Am Morgen wird die Weste vielleicht noch getragen, später verschwindet sie in der HANDLE BAR BAG NANO / 01. Verpflegung wird nach und nach verbraucht, während Werkzeug und Ersatzmaterial während der gesamten Fahrt zuverlässig verstaut bleiben. Ein gutes Taschensystem begleitet diese Veränderung, ohne ständig neu organisiert werden zu müssen.

Die NANO Serie wurde genau für diese Dynamik entwickelt. Sie erweitert das Bike nur um so viel Stauraum, wie auf schnellen Fahrten realistisch gebraucht wird. Diese Art von Performance-Stauraum passt besonders gut zu Fahrern, die ihr Material sorgfältig auswählen und jede Tasche einem klaren Zweck zuordnen. Die Serie wächst modular mit der Tour und lässt sich so konfigurieren, dass nur die wirklich benötigten Elemente am Rad bleiben.

CYCLITE NANO Serie entdecken

Drei kompakte Taschen bieten zusammen 2,4 Liter Stauraum bei nur 230 Gramm Gesamtgewicht.

Die Position entscheidet

Der Test zeigt außerdem, wie wichtig die Position der Taschen im Gesamtsystem ist. Kleine Volumen können aerodynamisch sehr unauffällig bleiben, wenn sie eng am Rad sitzen und kaum über die bestehende Silhouette hinausragen.

Bei der NANO Serie befinden sich die Taschen an kompakten Positionen im Cockpitbereich, am Rahmen und unter dem Sattel. Dadurch bleibt die äußere Form des Fahrrads weitgehend erhalten. Die Luftströmung wurde im Test nicht sichtbar gemacht, deshalb lässt sich der genaue Effekt an jeder einzelnen Stelle nicht direkt erklären. Plausibel ist jedoch, dass die enge Integration einen wesentlichen Anteil am neutralen Ergebnis hatte. Gemessen wurde die Wirkung des vollständigen Systems. Genau dort zeigte sich, dass zusätzlicher Stauraum und ein schnelles Setup sehr gut zusammenpassen können.

Vom ersten Kilometer bis zum letzten Anstieg

Am Ende eines langen Tages erinnert man sich selten an die ersten Kilometer. Entscheidend werden meist die Stunden, in denen die Verpflegung knapp wird, das Wetter umschlägt oder ein kleiner Defekt die Fahrt unterbricht.

Dann zeigt sich der Wert eines durchdachten Setups. Ein zusätzlicher Riegel kann den letzten Anstieg retten, eine Weste macht die lange Abfahrt angenehmer und ein gut erreichbares Reparaturset verhindert, dass ein kleiner Defekt unnötig viel Zeit kostet.

Das Ergebnis

Die Frage am Anfang war einfach gestellt und trotzdem nicht selbstverständlich zu beantworten: Lässt sich auf einem schnellen Bike mehr transportieren, ohne dafür Geschwindigkeit zu opfern?

Im getesteten Setup zeigte die NANO Serie keinen messbaren aerodynamischen Nachteil. Der CdA-Wert lag mit den Taschen sogar leicht unter dem Referenzwert, wobei dieser Unterschied innerhalb der Messunsicherheit blieb. Die belastbare Aussage liegt deshalb in der aerodynamischen Neutralität des Systems.

Für schnelle Rennräder und Gravelbikes ist genau das der entscheidende Punkt. Ersatzmaterial, Riegel, Weste, Regenjacke oder Powerbank finden einen festen Platz, während das Bike seinen cleanen und sportlichen Charakter behält.

Die NANO Serie schafft minimalistischen Performance-Stauraum für Race-Setups und schnelle Day-Rides. Sie erweitert das Fahrrad genau dort, wo auf langen und intensiven Fahrten zusätzliche Funktion gebraucht wird, und bleibt dabei so kompakt, dass das Setup weiterhin schnell aussieht, sich schnell anfühlt und im Test aerodynamisch neutral geblieben ist.

CYCLITE SADDLE BAG NANO / 01 in Black im Einsatz

Technischer Prüfbericht

Vollständiger technischer Aerodynamik-Prüfbericht

Der Bericht enthält die vollständigen Messprotokolle, Randbedingungen, Unsicherheiten und die Beschreibung des Outdoor-Testverfahrens.

Technischen Prüfbericht herunterladen

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